Flucht übers Mittelmeer: Tausende aus Seenot gerettet

Hilfsorganisationen haben erneut 300 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Gestern konnten sie bereits 1300 Flüchtlinge nahe der libyschen Küste in Sicherheit bringen. Ärzte ohne Grenzen beschreibt die Situation der Menschen als "absoluten Alptraum".

Seit gestern haben Hilfsorganisationen 1600 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Am Morgen konnten Helfer 300 Menschen aus dem Kanal von Sizilien in Sicherheit bringen. Gestern hatten Hilfsorganisationen 1300 Menschen nahe der libyschen Küste an Bord mehrerer Rettungsschiffe genommen. Auch in den Tagen zuvor waren die Helfer immer wieder im Einsatz, um tausende Menschen aus dem Mittelmeer zu ziehen.

Zu wenige Rettungsboote

Ärzte ohne Grenzen war bei 13 Aktionen im Einsatz. Auf Twitter beschreibt die Organisation die Lage der Flüchtlinge als "absoluten Alptraum". Ed Taylor, der sich an Bord des Rettungsschiffs "Aquarius" befand, sagte, die Helfer seien am Rande ihrer Kapazitäten. Es gebe zu wenige Rettungsboote, teils seien sie mit doppelt so vielen Menschen belegt wie vorgesehen. "Wir haben um Unterstützung gebeten, aber niemand ist zuständig", schrieb er auf Twitter. Proactiva erklärte, es sei ein "schwieriger Tag" gewesen. Die Menschen hätten Verbrennungen vom Treibstoff und andere Verletzungen, es seien viele Babys unter den Flüchtlingen.

In Malta hatten die EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag über die Flüchtlingskrise beraten. Sie vereinbarten zehn "Prioritäten" zur Unterstützung Libyens. Der Krisenstaat ist derzeit das größte Transitland für Flüchtlinge aus Afrika. Hunderttausende kommen aus Eritrea, Ägypten, dem Niger, Bangladesch oder dem Sudan, um von Libyen aus die zentrale Mittelmeerroute nach Italien zu nehmen.

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